Männergesangverein
Schloßberg e. V.
 

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Das Frühjahrskonzert 2006:

Stephanskirchen singt und musiziert -
"Lieder aus aller Welt
"

Der MGV Schloßberg ist nicht nur ein Männerchor, der mit Können, Engagement und Leidenschaft sein Publikum auf einer Vielzahl von Veranstaltungen mitreißt. Auf seinem Frühjahrskonzert bietet er jedes Jahr jungen und talentierten Musikern und Sängern, weibliche ebenso inbegriffen wie weniger junge, ein Forum, auf dem sie sich und ihre Kunst einem größeren Publikum präsentieren können. Deshalb ist das Frühjahrskonzert nicht nur eine Veranstaltung eines hörens- und sehenswerten Männerchors, sondern eine musikalische Institution für die ganze Region.

Der MGV trat 2006 erstmals unter der Leitung seiner neuen Dirigentin Gudrun Linke zum Konzert an, der Chor präsentierte sich in bester Verfassung, und diese glückliche Liaison begeisterte ein ums andere Mal das Publikum mit seinem gezielt auf Vielseitigkeit ausgewählten Programm - und alle. die daran gezweifelt hatten, ob es einer so jungen Dame gelingen könne, die gestandene Männerschar in den Griff zu bekommen, durften feststellen, dass der Chor wohl noch nie so gut war wie unter dieser inspirierenden musikalischen Leitung. 

Eröffnet wurde der internationale musikalische Reigen mit dem Völker verbindenden "Wir singen unsere Lieder" von Marc-Antonie Charpentier, das als Erkennungsmelodie  für Eurovisionssendungen bekannt ist. Der Chor wurde begleitet von Hörnern, Bassgitarre und Klavier. Dann war Mozarts Zauberflöte an der Reihe. Monika Reif begleitete den Chor, der getragen und mit Andacht den Chor der Priester darbot, auf dem Flügel. International ging es weiter: Auf der Mundharmonika begleitete Manfred Panhans das amerikanische Volkslied "Sehnsucht nach Virgini". Mit "Bela Bimba" ging es nach Italien, mit dem "Ungarischen Tanz Nr. 6" zu den südöstlichen Nachbarn, mit "Fein sein" nach Kärnten und dann wieder über den Atlantik an den  Mississippi, dem "Ol' man river", der eine traurige Geschichte über die Sklaverei erzählt. Das weltbekannte Lied aus dem Musical "Das Showboot" von Jerome Kern wurde vom Chor und den Solisten Peter Bach und Manfred Panhans in der Originalsprache gesungen. "Der Lindenbaum", der Klassiker von Franz Schubert, führte wieder in heimische Gefilde zurück.

Neben dem unüberhörbaren Feinschliff, den Gudrun Linke dem Chor in kürzester Zeit verpasst hatte, mussten die Sänger lernen, dass zu einem professionellen Auftritt trotz höchster Konzentration auch ein Lächeln gehört. Vom Publikum unbemerkt zeigte sie den zwischendurch angestrengt und ernst dreinschauenden Sängern ein Plakat mit dem "lachenden Mondgesicht". Flugs stellte sich die erwünschte Wirkung ein.

Die Familie Reif, jedem Stephanskirchner Musikinteressierten ein fester Begriff, trat mit Mutter und drei Kindern beim Konzert an. Frau Reif ist Pianistin, und alle drei Kinder spielen verschiedene Instrumente. Bei ihren Auftritten ernteten die Brüder Christian und Thomas minutenlangen Beifall. Christian brillierte bei seinem  Klaviersolo mit der "Fantaisie Impromptu" in cis-Moll von Frédéric Chopin und Thomas als Violinist mit den "Ballettszenen" von Charles-Auguste de Bériot, einem belgischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert. Begleitet wurde er dabei von Bruder Christian auf dem Klavier. Anschließend glänzte Mutter Monika Reif im Zusammenspiel mit dem Stephanskirchner Jugendorchester mit einem temperamentvollen Swing-Medley. 

Dann wurde es rockig. Das Gitarrenensemble "Rosa negra" der Musikschule Rosenheim unter der Leitung von Schulleiter Gottfried Hartl spielte John Lennons und  Paul McCartneys "Lady Madonna". Nach einem Tango von Dieter Kreidl  gehörte die Bühne der großartigen Simone Süßmuth, einer angehenden Stephanskirchner Logopädin. Mit ihrer wunderbaren Stimme begeisterte sie solo mit "O mio babbuno caro" aus Gianni Schicchi und "Quando m'en vo" aus La Boheme von Puccini, im Duett mit Gottfried Thalmeier  mit "La ci darem la mano" aus dem Don Giovanni von Mozart und mit dem MGV-Ensemble mit "Rock me Amadeus", erstmals mit Gottfried Thalmeier, Peter Bach, Helmut Janura und Günther Forster. Begleitet wurden sie dabei von Wolfgang Zeller auf dem Klavier.

Es war erstaunlich, welche schauspielerischen Fähigkeiten dabei die vier Sangesbrüder entwickelten, auch wenn die Umsetzung der Choreographie etwas zu wünschen übrig ließ und die Sänger zwischendurch aus dem körperlichen Gleichklang kamen. Ob zuerst Peter oder Helmut aus dem Takt kam, war nicht mehr nachzuvollziehen - das Publikum amüsierte sich jedenfalls köstlich.

Wolfgang Zeller, der Rektor der Hauptschule Rohrdorf, erwies sich auch weiterhin als musikalisches Multitalent: Er  inszenierte, arrangierte, komponierte die Auftritte für das MGV-Ensemble und Simone Süßmuth, begleitete am Flügel und spielte vierhändig mit der musikalisch vielseitigen Judith Kirchleitner  Kompositionen von Mozart, Bach und Beethoven. Die junge Frau  spielte später zusammen mit Katharina Heiss vierhändig auf dem Flügel den "Waltz for Laura" von Mike Cornick, einem zeitgenössischen Komponisten und Arrangeur, der Klassik mit einer Prise Jazz und einer Messerspitze Popmusik mischt und daraus ein ansprechendes Potpourri bereitet.

Beim Gesangsduo Maria und Christine machte der MGV eine Ausnahme, weil er seinem Publikum die beiden Damen, die nicht aus Stephanskirchen, sondern aus dem nahegelegenen Vogtareuth kommen, nicht vorenthalten wollte, wie die beiden abwechselnd vom Alt in den Sopran wechselten und mit ihrem schier unglaublichen Stimmumfang und ihren phantastischen Stimmen Wiener Lieder sangen. Begleitet wurden sie dabei von der Vogtareuther Akkordeonlegende Sepp Rumberger. 

Wie gewohnt führte MGV-Vorstandsmitglied und Hobbykabarettist Bernhard Holzner mit Witz und Humor durch einen Abend, an dem ein begeistertes Publikum begeisternde Künstler mit stürmischem Applaus feierte und am Ende um ein großartiges Erlebnis reicher nach Hause ging.

 

Der Männerge- sangverein Schloß- berg lud in den Antrettersaal,  und alle kamen zu einem Feuerwerk aus Oper und Volkslied, Musical und Rock, Bach und Beatles, Swing und Schubert, Boo- gie und Chopin und Tango und Ballett. 

Und so urteilt die Presse:

... die Sangesbrü- der des Männerge- sangsvereins MGV Schloßberg unter neuer Leitung von Gudrun Linke im großen Antretter- saal  ernteten am Ende nicht den "Lohn der Angst", sondern stürmi- schen und oft auch spontanen Bei- fall ... stürmische Ovationen und ein begeisternd mitge- hendes Publikum.

(Oberb. Volksblatt vom 22.04.06)06)

     


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